Nottuln. Jürgen Saget ist der neue Vorsitzende der Friedensinitiative Nottuln e.V. (FI). Auf deren Jahreshauptversammlung wurde er am Montagabend im Ladenlokal einstimmig gewählt. Seit 2019 ist Saget aktives Mitglied der FI und moderiert seit fünf Jahren die wöchentlichen Arbeitssitzungen. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wählten die anwesenden Mitglieder die bisherige Vorsitzende Brigitte Balmer Landwehr. Norbert Wienke wurde in seinem Amt als Geschäftsführer einstimmig bestätigt. Seit 35 Jahren leitet Wienke nun schon die geschäftlichen Geschicke der FI und achtet „mit großer Sorgfalt“ – so die Kassenprüfer – auf deren Finanzen. Auch Robert Hülsbusch wurde wiedergewählt. Er ist verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit – auch schon viele Jahrzehnte. So geht die FI organisatorisch gut aufgestellt ins neue Arbeitsjahr 2026. Dies sei mehr denn je notwendig, so die scheidende Vorsitzende Balmer Landwehr in ihrer Begrüßungsrede. Die Weltlage habe sich auch im vergangenen Jahr nicht verbessert. Jetzt sei noch ein neuer Krieg hinzugekommen, der Angriff der USA und Israels auf den Iran. Nicht nur, dass tausende Menschen getötet werden und wie in der Ukraine besonders zivile Infrastruktur zerstört wird – die Folgen für die gesamte Welt seien noch nicht absehbar. Balmer Landwehr: „Die Spannungen nehmen global zu. Eine regelbasierte Ordnung wird in Ost und West nicht mehr eingehalten. Weltweit wird aufgerüstet und es scheint, dass militärische Gewalt als selbstverständlich hingenommen wird, ja absolute Priorität vor Diplomatie und Dialog hat.“ Diese neuen Herausforderungen habe die Arbeit der FI im vergangenen Jahr bestimmt. „Und auch 2026 wird die Frage, wie kann eine neue Sicherheitspolitik aussehen, uns beschäftigten,“ so der neue FI-Vorsitzende Saget. So werde die FI weiter intensiv mitarbeiten in dem mittlerweile europaweiten Projekt „Sicherheit neu denken“. Für den Herbst haben die Nottulner und die Havixbecker Friedensaktivisten dazu Ralf Becker eingeladen, der hauptamtlich das ursprünglich von der Evangelischen Kirche initiierte Projekt steuert. Der gigantischen Aufrüstungs- und Abschreckungspolitik auch in der Bundesrepublik – gedeckt mit der jahrzehntelangen Erzählung, dass die Russen morgen kämen – würden die Friedensgruppen das Konzept einer neuen Sicherheitsarchitektur gegenüberstellen. Statt über „Kriegstüchtigkeit“ will die FI über eine Verteidigungs- und Sicherheitspolitik diskutieren, die auch wieder auf Rüstungskontrolle und vertrauensbildende Maßnahmen setzt. Vor zehn Tagen noch hätten sie mit dem Bundeswehr-Oberst a.D. Wolfgang Richter darüber diskutiert. Der Vortrag könne, wie viele weitere Vorträge über die Internetseite und über den Youtube-Kanal der FI aufgerufen werden. „Und so haben wir weiter Lust auf Zukunft!“, freute sich Vorsitzender Saget auf die weitere Arbeit. Eine Vortragsreihe mit diesem Titel sei – zusammen mit der VHS Coesfeld – wieder geplant. „Wir lassen uns den Mut, die Hoffnung und die Motivation nicht nehmen,“ versprach Balmer Landwehr zum Schluss der Sitzung und zitierte Friedrich Hölderlin: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch!“ Über 70 Mitglieder zählt der Verein Friedensinitiative Nottuln. Über 300 Bürgerinnen und Bürger lassen sich regelmäßig über die FI-Arbeit per Newsletter informieren. Auch die Follower auf Facebook und Instagram und die Abonnenten des FI-Youtube-Kanals gehen – laut FI – in die Hunderte. Jürgen Saget: „Das ist eine große Unterstützung für uns hier in Nottuln. Und gerne sind weitere Bürgerinnen und Bürger willkommen.“

Foto: Die neue Führungsriege der Friedensinitiative Nottuln: (vlnr) Robert Hülsbusch (Medienbeauftragte), Brigitte Balmer Landwehr (2. Vorsitzende), Jürgen Saget (1. Vorsitzender) und Geschäftsführer Norbert Wienke.

